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CASTELLO BANFI

Die Geschichte dieser wahrscheinlich größten Kellerei der Toskana ist relativ kurz, aber wofür altehrwürdige Häuser 10 und mehr Generationen gebraucht haben, das haben die Brüder Mariani aus den Vereinigten Staaten und ihr Mann vor Ort, Ezio Rivella, innerhalb einer geschafft. Die beiden Italoamerikaner John und Harry Mariani waren in den USA durch den Import von Lambrusco zu Reichtum gekommen. Neben Lambrusco wurden natürlich auch andere Weine importiert. Die Produktpalette umfasste auch Brunello, einen damals wenig bekannten Wein. Die Produktion war allerdings quantitativ unbedeutend und die Qualität des Brunello entsprach nur in den wenigsten Fällen seinem Ruf. In Zusammenarbeit mit Rivella wollten die Brüder Mariani deshalb selbst in die Pruduktion einsteigen.
Zwei aneinander angrenzende Güter konnten Mitte der 70er erworben werden, eine moderne Kellerei wurde nach Rivellas Spezifikationen gebaut. 1984 kam noch das Schloss Poggio alle Mura dazu. Ursprünglich wurden, der damaligen Marktlage folgend, grosse Flächen mit Muskattrauben bepflanzt. Der Schwerpunkt der Produktion hat sich aber in den letzten Jahren nachhaltig zu roten Qualitätsweinen hin verschoben. Wenige Jahrzehnte nach der Gründung, und nach Investitionen von beinahe 300 Mio. Dollar stehen wir vor einem der größten Weingüter der Toskana. Von den insgesamt 800 Hektar Rebfläche sind 155 Hektar mit Sangiovese Grosso bepflanzt, damit ist Banfi auch der größte, und mit der Riserva Poggio all'Oro auch einer der angesehensten Hersteller von Brunello. Neben den Spitzenweinen Brunello, Summus (Brunello/Cabernet/Syrah) und Excelsus (Cabernet/Merlot) gibt es ein breit gefächertes Sortiment von typischen und internationalen Sorten. Bei Banfi geht es allerdings nicht nur um den Wein. Oliven gedeihen hier in der südlichen Toskana vorzüglich, das daraus entstehende Öl gehört zu den Besten. Aus besonders spät gelesenen Muskat- und Trebbiano Trauben entsteht die Salsa Balsamica Etrusca, ein 12 Jahre lang in 5 verschiedenen Hölzern gereifter Balsamessig. In den nächsten Jahren sollen im Schloss neben der bereits bestehenden Vinothek und dem kleinen Museum auch Übernachtungsmöglichkeiten geschaffen werden. Das wäre dann sicher die beste Möglichkeit Urlaub, Kultur, Wein und Essen unter einen Hut zu bringen.
  

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